Samir Jajjawi
 
  Finance / Accounting

Interim Manager – Problemlöser auf Abruf

Interim Manager sind kurzfristig flexibel und können Unternehmen auf Kurs bringen.
Interim Manager – Problemlöser auf Abruf

Interim Manager können viel bewegen.

Auch in 2018 legt der Markt für Interim Management weiter zu. In diesem Jahr wird das Honorarvolumen der Branche um knapp 10 Prozent wachsen. Für Interim Management-Einsätze in Führungspositionen wird das Honorarvolumen zum Jahresende damit bei rund 1,9 Mrd. Euro prognostiziert.

Doch wie ist die Arbeit des Interim Managers überhaupt inhaltlich definiert? Welche Unterschiede existieren beispielsweise zur klassischen Managementberatung? Welche Akteure stehen hinter diesem Marktvolumen und welche Leistungen werden erbracht? Diese Fragen bedürfen klarer Antworten, um das Verständnis und die Akzeptanz von Interim Management in der Praxis zu stärken.

Interim Management – deutlich mehr als Vakanzüberbrückung

Es existiert eine Vielzahl von Flexibilisierungs- und Dienstleistungskonzepten im Personalbereich. Zur Abgrenzung von Interim Management können zunächst einige geläufige Definitionen herangezogen und auf ihre Gemeinsamkeiten untersucht werden.

  • Gemäß DDIM lässt sich Interim Management „als […] der befristete Einsatz externer Führungskräfte zur Überbrückung von Vakanzen sowie die Übernahme temporärer Managementaufgaben“ bezeichnen.
  • Bruns und Kabst umschreiben Interim Management ebenfalls als den kurzfristigen, zeitlich befristeten Einsatz von externem Managementpersonal in hohen Führungspositionen eines Unternehmen.
  • Im Fokus steht bei diesem Einsatz in der Regel, so Bollinger, die „Durchführung einer konkreten Aufgabe“, für welche der Interim Manager mit bestimmten Machtbefugnissen ausgestattet wird.
  • Auch ist Interim Management für Unternehmen vor allem in Zeiten von permanenten Veränderungen und zunehmender Flexibilisierung entscheidend, denn es „verschafft Unternehmen kurzfristigen Zugang zu Führungskräften mit den für die Durchführung organisationaler Veränderungen erforderlichen Kompetenzen“.

Aus diesen Definitionen ergeben sich einige entscheidende, übereinstimmende Charakteristika.

Interim Manager – Definition

Interim Management impliziert den befristeten Einsatz eines externen, über die dem Unternehmen fehlenden Skills oder Kapazität verfügenden Managers. Dabei werden dem Interim Manager in der Regel alle Rechte und Fähigkeiten zugesprochen, die er zur Lösung bestimmter Unternehmensprobleme benötigt.

Auch in Bezug auf das Einsatzgebiet des Interim Managers sind die Definitionen eindeutig. Die Aufgabenebene eines Interim Managers beschränkt sich in der Regel auf Geschäftsführungs– oder obere Managementpositionen. Diese Definition beinhaltet die Anforderung, ein organisatorisches Führungsmandat wahrzunehmen. In der Praxis ist zu beobachten, dass zusätzlich hierzu auch Fachspezialisten als Manager eingesetzt werden, die nicht über Hierarchie führen, sehr wohl aber eine ausgeprägte Führungsaufgabe im Rahmen von Projekten zu bewältigen haben.

In dieser Definition geht ein Mandat also weit über die klassische Vakanzüberbrückung hinaus. Der Bedarf eines Interim Managers in einem Unternehmen kann vielmehr auf unterschiedliche Ursachen zurückgeführt werden, wie folgende Übersicht deutlich macht:

Anlässe für den Einsatz von Interim Management

Außergewöhnliche Unternehmenssituationen  wie Neuausrichtung, Restrukturierung, Sanierung, Turnaround, Unternehmenskauf oder -verkauf, Anlaufmanagement und Post-Merger-Integration
Strategische Projekte und Programm-management  wie Einkaufsoptimierung, Sach-/Gemeinkostenoptimierung, Umsatzsteigerungsprogramme, Prozessoptimierung, Implementierung von Lean Management-Abläufen, Einführung von Reportingsystemen
Klassische Personal-rekrutierungsprobleme  wie Überbrückung von Vakanzen, Ergänzung des Know-hows oder Verstärkung der Ressourcen in allen Unternehmensfunktionen durch temporäre Interim Manager oder Interim Manager mit Ziel Übernahme sowie klassisches Executive Search
Coaching  wie Begleitung Generationswechsel (Programm „Next Generation“) oder Unterstützung von Führungskräften in kritischen Situationen „on the job“

Oft sind die benötigten Kompetenzen zur Bewältigung etwaiger spezifischer Unternehmenskrisen oder Optimierungsprojekte intern nicht vorhanden und eine Festanstellung nicht zielführend und flexibel genug, weshalb immer mehr Unternehmen sich bewusst für die Option eines Interim Managers entscheiden.

Sie haben einen konkreten Bedarf oder möchten mehr zum Thema Interim Management erfahren? Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch.

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